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Kassenärztlicher Notdienst

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Am Dienstag, den 31.01.2017 habe ich Notdienst - bis 01.02.2017 07:00 Uhr. Sie erreichen mich über meine Praxisrufnummer (04402-939690) oder die zentrale Rufnummer (116 117)

 

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Wir bitten um Verständnis dafür, dass, wenn Sie uns innerhalb von 10 Tagen keinen Versicherungsnachweis erbringen können, wir Ihnen eine Privatrechnung ausstellen müssen.

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Fragen/Antworten

Kein Gelenk, welches in der Definition der Manualmedizin „blockiert“ genannt wird, ist jemals wirklich „ausgerenkt“. Das Ausrenken eines Halswirbels im anatomischen oder im chirurgischen Sinn wäre eine sehr schwere Verletzung, die häufig nicht mit dem Leben vereinbar ist. Insofern wird bei der Chirotherapie niemals ein Gelenk eingerenkt.

Was ist nun eine „Blockierung“?
Durch eine nicht an die Belastbarkeit eines Gelenkes angepasste Druckvermehrung kann es zwischen den Gelenkflächen zu einer Verhaftung kommen. Dies ist physikalisch am ehesten mit dem Verhaften von nassen Glasscheiben zu vergleichen. Ähnlich geschieht es auch, dass nasse Trinkgläser, die fest ineinander geschoben wurden, verhaften und dann in ihrer Bewegung „blockiert“ sind. Ursache dieser Druckvermehrung können ein Unfall, eine dauerhaft falsche Belastung im Alltag oder ein starker seelischer Druck sein.

Wenn eine solche „Blockierung“ Schmerzen, Bewegungsverlust oder andere Störungen verursacht, kann sie durch die ärztliche Handgrifftechnik beseitigt werden. Das ist weniger gefährlich als viele Medikamente und schneller als einfaches Abwarten.

Muss das sein, kann man es verhindern, wann „knackt“ es nicht?

Bei der chirotherapeutischen Manipulation des Arztes kommt es meist, aber nicht immer zu einem hörbaren „Knack“-Phänomen. Dies tritt auf, wenn die Gelenkflächen, die bei einer Blockierung durch einen dünnen Film aus Gelenkflüssigkeit miteinander verhaftet sind, impulsartig voneinander getrennt werden. Auch wenn in das Gelenk keine Luft einströmt, so ist doch dieses Knacken mit dem Geräusch vergleichbar, welches beim ersten öffnen einer Orangensaftflasche oder eines Marmeladenglases auftritt.

Einerseits ist das Geräusch ein Hinweis für Patient und Arzt, dass die Blockierung gelöst wurde. Andererseits kann eine „De-Blockierung“ aber auch geräuschlos erfolgen, wenn sie langsam durch eine Mobilisierung erreicht wird. Die Entscheidung über die jeweils günstigste Behandlung liegt beim Arzt. Er wird sich aus Diagnostik und Erfahrung für das jeweils schonendste und effektivste Verfahren entscheiden.

Auch Ärzte sind Menschen. Fehler können daher nicht kategorisch ausgeschlossen werden. In der Hand eines vollständig manualmedizinisch weitergebildeten Arztes ist das Risiko einer Verletzung oder Schädigung verschwindend gering. Unsere heutige Technik der „sanften Manipulation“ nach mobilisierender Probebehandlung, mit kleiner Kraft, kurzer Zeit und kleinem Weg in die freie Richtung lässt etwaige Gegenanzeigen für eine Manipulation gut erkennen.

In den Fällen, in denen der Verdacht behandlungsbedingter Schädigung diskutiert wird, handelt es sich meist um „Gelegenheitsursachen“: auch ohne die Therapie wäre binnen kurzem diese Veränderung sowieso eingetreten. Schicksalsmäßige Geschehen können auch bei größter Erfahrung und Vorsicht nicht vorhergesehen werden. Ein methodenspezifisches Risiko gibt es in der Hand des ausgebildeten Arztes nicht.

Die Häufigkeit von sogenannten „Zwischenfällen“ einschließlich kurzfristiger Symptomverstärkung liegt in der Größenordnung von 1 zu 3 bei 5,6 Millionen Behandlungen. Im Verhältnis dazu verursachen z.B. die Rheuma- Schmerzmittel, die vielfach für die Blockierungsschmerzen verwendet werden, jährlich in Deutschland noch etwa 7000 Todesfälle (durch Magenblutungen und andere Unverträglichkeitsreaktionen).

Es wird gelegentlich überlegt, ob ein Bandscheibenvorfall durch eine Manipulation ausgelöst werden kann. Ein Nachweis dafür liegt allerdings bisher in keinem einzigen Fall vor. Theoretisch könnte sich eine bereits vorgefallene Bandscheibe durch eine Manipulation an der Lende verlagern und einen Nerven einklemmen. Unsere Behandlungstechniken beinhalten Tests, die dieser Überlegung entsprechend eine Probebehandlung vorschreiben und damit das o.g. Risiko minimieren, quasi ausschließen.

Ähnliches gilt für Einrisse der hinteren Hirnarterien. Auch hier ist für unsere Behandlungstechniken bisher kein Fall aufgetreten. Gelegentlich kann es als Reaktion auf die Chirotherapie zu Schmerzen im Sinne eines Muskelkaters kommen, die entsprechend auch wieder verschwinden. Selten tritt nach Behandlung an der oberen Halswirbelsäule kurzfristig Schwindel auf. Bleibende Schäden sind diesbezüglich jedoch nicht bekannt.

Zunächst einige Worte zur Anatomie: In der hinteren Halswirbelsäule verläuft in einem knöchernen Kanal in den Querfortsätzen der Wirbelkörper eine beidseitig angelegte Arterie, die vorwiegend die hintere Schädelgrube, also das Kleinhirn, aber auch das Innenohr versorgt. In dieser Arterie gibt es spontan Veränderungen, die die Blutzufuhr mindern oder sperren können, was einen Schlaganfall auslösen kann. Auch schwere Unfälle können zu Arterienwandeinrissen führen, da die Arterienwand mit dem knöchernen Kanal verwachsen ist und bei übermäßiger Bewegungen der Wirbel gegeneinander zu stark belastet wird. Es wird immer wieder von einzelnen Neurologen, d.h. von „Experten“ diskutiert, ob auch eine manualmedizinische Manipulation dieses Zerreißen bewirken kann. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „Expertenmeinung“, für die als Beleg bisher keine einzige systematische Untersuchung vorgelegt werden konnte.

Im Gegensatz dazu belegen Studien über Unfallfolgen (meist Auto- Motorradunfälle) schwerer und schwersten Verletzungen der Halswirbelsäule mit Brüchen und Bandscheibenzerreißungen, dass nur in sehr seltenen Fällen dabei auf Zerreißungen der oben genannten Arterie vorgekommen sind. Die heute von uns gelehrten Grifftechniken sind nachgewiesen so ausgerichtet, dass eine gefährliche Position nicht eingenommen wird. Dennoch wird gelegentlich der Verschluss einer Arterie mit entsprechender schlaganfallähnlicher Gehirnreaktion in Zusammenhang mit der Chirotherapie gebracht.
Einen Beweis für eine Schädigung durch einen von uns weitergebildeten Arzt gibt es bisher nicht. Die Häufigkeit einer therapiebedingten Verletzung einer Halsarterie ist nicht größer als die Spontanverletzungen ohne erkennbare Ursache in der Normalbevölkerung sowieso. Wahrscheinlich handelt es sich bei den behaupteten „Behandlungsfehlern“ zumeist um ein Zusammentreffen einer solchen Manipulation mit einer bereits spontan ablaufenden schicksalsmäßigen Veränderung in der Wand der Arterie. Dieses Zusammentreffen wird durch die Schmerzen verständlich, die eine solche Schädigung der Arterie an Hinterkopf und Nacken auslöst: sie sind ganz ähnlich den Blockierungsschmerzen der Wirbelgelenke. Die Gefäßschädigung ist in diesen Fällen nicht die Folge, sondern die Ursache des Arztbesuches. Ein Arzt, der sich an die Regeln unserer Ausbildung hält, wird durch Tests gewarnt und dann weitere Untersuchungen veranlassen (z.B. eine Kernspintomographie).

Es dient Ihrer Sicherheit, wenn Ihr Arzt in einem Zweifelsfall erst einmal eine Manipulation aufschiebt, weil er zunächst eine solche Gefäßschädigung ausschließen will.

Aus rein anatomischen Gründen gibt es keine Begrenzung der Behandlungshäufigkeit.

Unsere Behandlungstechniken zur Lösung von Blockierungen werden streng im freien Bewegungsbereich des Gelenkes durchgeführt, nach den Prinzipien der „sanften“ Manipulation, nur in die freie Richtung. Aus diesem Grund kann es nicht zu einem „Ausleiern“ des Gelenkes kommen. Auch wenn der Vergleich sicherlich hinkt: beim rückwärts Einparken drehen die meisten Menschen den Hals weiter, als dies bei einer korrekten manualmedizinischen Manipulation geschieht.

Bei häufigen Wiederholungen im Auftreten der Blockierungen muss Ihr Arzt allerdings nach einer übergeordneten Ursache für die Blockierungen suchen. Häufige Manipulationen des gleichen Gelenkes sind somit keinesfalls gefährlich, meist aber aus medizinischer Sicht unsinnig.

Unfälle können natürlich meist nicht vermieden werden, unfallbedingte Blockierungen daher auch nicht.

Bei den sehr häufigen Blockierungen durch eine Fehlbelastung im Alltag liegt es oft an der nicht ausreichenden Muskulatur, an falschem Schuhwerk, an zu wenig Bewegung oder an einer ungünstigen Arbeitsposition. Hier hilft ein regelmäßiges Training, welches allerdings angepasst und auflockernd, keinesfalls überfordernd sein sollte. In sorgfältigen, internationalen Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass ein tägliches, etwa zweistündiges, zügiges Gehen (z.B. „Walking“) eine erhebliche Stabilisierung bewirkt und vor Wiederholung schmerzhafter Blockierungen schützt. Interessanterweise gilt das nicht nur für die Lende, sondern auch für die Hals- und Brustwirbelsäule.

Bei starkem seelischen Druck treten neben muskulären Verspannungen auch Gelenkblockierungen auf. Sofern der Druck nicht anderweitig behoben werden kann, hilft ein Entspannungstraining (z.B. autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen usw.).

Am besten ist insgesamt eine angepasste Bewegung mit Kräftigung und Dehnung der Muskulatur sowie seelisches Gleichgewicht.

Besonders die Blockierungen an den sogenannten Kopfgelenken und im Lenden - Kreuzbeinübergang können Fernwirkungen verursachen.

Im Fall der Kopfgelenke sind dies eine Reihe von Reaktionen im Kopfbereich wie Kopfschmerz, migräneartige Zustände, Ohrgeräusche (z.B. Tinnitus), Schwindel, Hörminderungen, einige Arten von Sehstörungen, Blutdruckregulationsstörungen oder einige Formen von Gesichtsschmerz. Bei Kleinkindern können Kopfgelenksblockierungen zu Entwicklungsverzögerungen oder Verhaltensauffälligkeiten (z.B. sog. „ARDS“ und sog. „KISS“) führen. Dies muss allerdings im Einzelfall sorgfältig geprüft werden, natürlich kann die Manualmedizin nicht alle Leiden heilen.

Blockierungen in der unteren Lende oder im Beckenring („Kreuzdarmbeingelenke“) verursachen oft Schmerzen im Bein, die einer Nerveneinklemmung durch einen Bandscheibenvorfall sehr ähnlich sind. Etwa 98% dieser Beinschmerzen sind „Pseudoischias“ - Beschwerden und glücklicherweise „nur“ auf eine Blockierung zurückzuführen, nur weniger als 1% sind echte Vorfälle. Auch scheinbar unerklärliche Leisten-, Hüftgelenks- oder Knieschmerzen sind oft Folgen einer solchen Blockierung.

Schmerzen vor dem Herzen signalisieren glücklicherweise nicht immer den drohenden Herzinfarkt, sondern sind häufiger Folge von Blockierungen von Zwischenwirbelgelenken der Brustwirbelsäule oder von Rippen-Wirbelgelenken.

Sogenannte Blockierungen können auf Röntgenbildern nicht erkannt werden. Alle bisherigen Interpretationsversuche von Röntgenbildern lassen keinen sicheren Rückschluss auf eine Blockierung zu. Dies wäre vergleichbar mit dem Versuch, auf dem Foto eines stehenden Autos Zeichen für das Funktionieren des Motors zu erkennen.

Dennoch ist vor einer chirotherapeutischen Manipulation eine Röntgenuntersuchung sinnvoll und nicht ohne Nutzen. Es geht bei den Röntgenuntersuchungen wesentlich darum, zu erkennen, ob gewichtige Gründe gegen die Anwendung einer Manipulationstechnik sprechen. So können Fehlformen von Wirbeln, miteinander verwachsene Wirbel, Zeichen für eine Knochenzerstörung wie Entzündung, Tumoren, eine sehr fortgeschrittene Entkalkung oder anderes mehr eine Manipulation verbieten. Die Anfertigung einer Röntgenaufnahme dient somit nicht der Diagnose einer Blockierung, sondern dem Ausschluss von Gefahren bei der Therapie. Bringen Sie bitte möglichst alle bereits vorhandenen Röntgenaufnahmen zu einer Konsultation mit; falls die Aufnahmen nicht zu alt sind, kann auf eine erneute Röntgenuntersuchung und damit auch auf erneute Strahlenbelastung verzichtet werden.